Zurück aus den magischen Gärten von Ivan Hicks
Gerade sehr bekannt für meine große Gartenliebe bin ich nun nicht. Klar, wie fast jeder genieße ich schöne Gärten, freue mich an hübschen Pflanzen, komme aber eher nicht von selbst auf die Idee, Gärten zu besichtigen oder extra deshalb nach England zu reisen. Doch die tolle Einladung nach Butterfly World konnte ich nicht ausschlagen und das wunderbare Buch von Stefan hatte mich neugierig gemacht: Gärten, die in eine magische Welt entführen. Alltagsschrott, Pflanzen, Bäume und Blumen fügen sich harmonisch zu einem Gesamtkunstwerk, das Lust auf mehr macht. Auch die Bezüge zum Surrealismus, die Ivans Gärten ausmachen, fand ich spannend.Die Erwartung: hübscher Garten mit skurrilen Einfällen. Aber es ist ganz anders. Butterfly World, ein ca. 30 Millionen Euro Projekt, ist ein Traum, eine Vision. Betritt man diese Welt, hat man das Gefühl, alles sei möglich. Die eigenen Träume rücken näher, werden greifbar und scheinen umsetzbar zu werden. Denn wenn Menschen es fertig bringen, meterhohe Blumentöpfe, riesige Streichholzschachteln, Schaufensterpuppen, aus deren Köpfen Blumen wachsen, alte Bügeleisen, Uhren, Plastikhummer und jede Menge mehr Unrat auf einem riesigen Areal zusammen mit Blumen und Bäumen so zu arrangieren, dass wirkliche und tiefe Schönheit entsteht, die zu Tränen rühren kann, dann kann auch mein persönlicher Lebenstraum wahr werden.
Dazu kommen aktuell ein kleines Schmetterlingshaus, aus dem im Laufe des Jahres eine riesige Kuppel mit subtropischem Klima für 10.000 Schmetterlinge entstehen soll, sowie viele kleinere Gartenabschnitte, die von unterschiedlichen Künstlern gestaltet wurden. All das wirkt an diesem Ort auf wundersame Art zusammen und Butterfly World verwandelt sich nach und nach in etwas wie einen modernen Kraftplatz, der Menschen tief berührt, sie lächeln und weinen lässt und ihre Träume in die Realität holen hilft. Gerade zu dieser Zeit dort zu sein, mit allen Bauarbeiten, die noch laufen, dem Unfertigen, kaum blühenden Pflanzen, gab mir den Eindruck, Teil einer kleinen, verschworenen Gemeinschaft zu sein: die Begegnungen mit den anderen (wenigen) Besuchern an einem verregneten Tag gestalteten sich allesamt sehr herzlich und vertraut, als würden wir ein Geheimnis teilen, hätten etwas erfahren, was die Mauern zwischen den Menschen durchlässiger werden lässt: sie strahlen, sind offen und laufen beglückt über das Gelände. Als träumten alle einen kollektiven Traum von einer schöneren Welt, in der die Phantasie in die Alltagswelt einbricht und sie mit Glanz erfüllt. Ein Ort, der Mut macht, das eigene Leben kreativ und in Schönheit zu gestalten.
Stefanie Imann - 3. Jun, 21:10

Der Jäger erwartet mich. Wir sind Freunde. Er begleitet mich tiefer in die Schlucht, bis zu der großen roten Höhle einige Meter über dem Boden. Wir klettern nach oben, ich lege mich auf den kalten Boden, sehe die Wand der Schlucht gegenüber. Im Hintergrund der Höhle sind viele kleine schwarzhaarige Männer, sie bilden einen Kreis um mich. Sie fangen an mich zu zerlegen. Jeder einzelne Finger, jede Zehe wird abgetrennt, ich verschwinde. Was sie tun, weiß ich nicht, doch ich vertraue ihnen.
