Reise zur schwarzen Wand
Trauer, Gedankenspiralen, Gefängnisse, komme nicht raus, immer wieder das gleiche, von morgens bis abends eine Soße. Es reicht mir. Über meinem Kopf kreisen die Rabenvögel, laut, krächzend, es sind sehr viele. Sie kommen näher, umrunden mich, berühren mich. Spitze Schnäbel zerhacken meinen Körper, das Innerste wird herausgerissen, sauber bis auf die Knochen. Ich liege in der Sonne, staubtrocken. Eine Herde Elefanten trampelt über mich, die Rippenbögen brechen, Hüftknochen zermalmt. Aus mir wird feiner roter Sand. Die Sonne brennt, Wind kommt auf. Er spielt mit meinem Staub, kleine Spiralen wirbeln durch die Luft, es ist wunderbar. Hier will ich bleiben. Es geht nicht um uns. Es ging noch nie um uns. Mach den nächsten Schritt. Endlich!
Meine Füße berühren den dritten Ort. Die Erde ist krümelig, eiskalt, Herbst, beinahe November. Dieser Teil des Gartens ist grau, ein sehr lichtes nebeliges Grau, flirrend. Tote weiße Bäume ragen in den Himmel. Ein Friedhof, offene Gräber locken mit Wärme.
Heute nicht.
Irgendwo ist sie, sie fiel mich heute schon öfter an, groß und übermächtig. Ich gehe weiter. Vor mir eine riesige schwarze Wand, alles ist zu Ende. Ein Wunsch, ein Traum - dahinter möge das Paradies sein: Wärme, Farben, Licht, bunte glückliche Vögel. Ganz bestimmt. Ich berühre die Wand, sie glänzt. Es ist wie flüssiger Gummi oder Teer. Weich, nachgiebig, elastisch. Kein Durchkommen, kein Paradies auf der anderen Seite. Ich lasse mich in diese Wand fallen, es fühlt sich nach nichts an, die Angst läßt nach. Einfach eine schwarze Wand. Ich spiele mit ihr, lasse mich treiben, erkunde sie. Löse einen Teil von ihr ab, forme eine Art Tennisball und stecke ihn ein. Die Angst ist mein Verbündeter, ich trage sie mit mir. Mein Herz ist leicht, ich gehe weiter.
Meine Füße berühren den dritten Ort. Die Erde ist krümelig, eiskalt, Herbst, beinahe November. Dieser Teil des Gartens ist grau, ein sehr lichtes nebeliges Grau, flirrend. Tote weiße Bäume ragen in den Himmel. Ein Friedhof, offene Gräber locken mit Wärme.
Heute nicht.
Irgendwo ist sie, sie fiel mich heute schon öfter an, groß und übermächtig. Ich gehe weiter. Vor mir eine riesige schwarze Wand, alles ist zu Ende. Ein Wunsch, ein Traum - dahinter möge das Paradies sein: Wärme, Farben, Licht, bunte glückliche Vögel. Ganz bestimmt. Ich berühre die Wand, sie glänzt. Es ist wie flüssiger Gummi oder Teer. Weich, nachgiebig, elastisch. Kein Durchkommen, kein Paradies auf der anderen Seite. Ich lasse mich in diese Wand fallen, es fühlt sich nach nichts an, die Angst läßt nach. Einfach eine schwarze Wand. Ich spiele mit ihr, lasse mich treiben, erkunde sie. Löse einen Teil von ihr ab, forme eine Art Tennisball und stecke ihn ein. Die Angst ist mein Verbündeter, ich trage sie mit mir. Mein Herz ist leicht, ich gehe weiter.
Stefanie Imann - 25. Okt, 22:10

Der Jäger erwartet mich. Wir sind Freunde. Er begleitet mich tiefer in die Schlucht, bis zu der großen roten Höhle einige Meter über dem Boden. Wir klettern nach oben, ich lege mich auf den kalten Boden, sehe die Wand der Schlucht gegenüber. Im Hintergrund der Höhle sind viele kleine schwarzhaarige Männer, sie bilden einen Kreis um mich. Sie fangen an mich zu zerlegen. Jeder einzelne Finger, jede Zehe wird abgetrennt, ich verschwinde. Was sie tun, weiß ich nicht, doch ich vertraue ihnen.




