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" Eine Frage: Was glaubt ihr, dass eine Trollin eher »bumst« oder »verkehrt« ? " (Hans Peter Duerr)

Intimitaet

Mittwoch, 19. Oktober 2005

Intimitaet bei Sennett

"In den vergangenen hundert Jahren hat die körperliche Liebe eine Neubestimmung erfahren: sie erscheint nicht mehr als Erotik sondern als Sexualität. Die viktorianische Erotik bezog sich auf soziale Zusammenhänge, Sexualität bezieht sich auf persönliche Identität. Erotik bedeutete, dass der sexuelle Ausdruck in Handeln einging [...] Sexualität dagegen ist kein Handeln, sondern ein Zustand [...].
Alles, was wir erleben, muss auch unsere Sexualität berühren. Wir enthüllen sie, wir entdecken sie, wir geben ihr nach – doch wir meistern sie nicht. Das wäre manipulativ, instrumentell, gefühllos – und es würde die Sexualität auf eine Stufe mit Gefühlsregungen stellen, denen wir eine Form zu geben versuchen, statt uns ihnen zu unterwerfen. Die Viktorianer, die die Sexualität in dieser letzten Weise auffassten, konnten deshalb davon sprechen, dass sie von ihrer erotischen Erfahrung lernen, auch wenn dieses Lernen aufgrund der Verdrängung äußerst schmerzvoll war."

(Richard Sennett, Verfall und Ende des öffentlichen Lebens. Die Tyrannei der Intimität, Fischer 2004, S. 20)

Kaum jemand wird heutzutage abstreiten, dass bestimmte Fertigkeiten erst einmal gelernt werden müssen, wie z.B. Autofahren, Schreibmaschine schreiben, Haare schneiden, kochen. Der Bereich der Sexualität, intimer Begegnung und sinnlicher Kontakte fällt nicht (mehr) unter den Begriff „Fertigkeiten, Kenntnisse“, sondern es wird im Normalfall davon ausgegangen, dass „Sexualität“ von „innen“ kommt, gleichsam der Ausdruck der eigenen, authentischen Persönlichkeit sein sollte, der sich ungehindert entfaltet und so den anderen mit meinem ganzen „Wesen“ berührt und ergreift. "Kann ich mich wirklich authentisch zeigen, werde ich von meinem Gegenüber geliebt", ist eine allgemein verbreitete Erwartungshaltung in westlichen Gesellschaften. Nicht aufgrund bestimmter Tugenden, sozialer Verhaltensweisen, Handlungen und Fertigkeiten in verschiedenen Bereichen, die ich erlernt und verfeinert habe, sondern aufgrund meines „Innersten“ entsteht die Liebe des anderen zu mir – in diesem Bereich muss nach Meinung vieler moderner Menschen nichts gelernt werden, alles ist von „selbst“ da, in mir angelegt.

Häufig wird an dieser Stelle noch zugestanden, dass dieses „Innere“ aufgrund der persönlichen Geschichte quasi überlagert oder verschüttet sein kann und sich nicht „wahrhaftig und authentisch" zeigt. Um das wahre Selbst freizulegen ist heutzutage ein gängiger Weg die individuelle Therapie. Sie soll durch Erforschung, Analyse und Verständnis der eigenen Geschichte helfen, den Einzelnen in ein sozial, sexuell und beruflich erfolgreiches Wesen zu verwandeln.
Techniken und Fertigkeiten spielen in der Therapie eine untergeordnete Rolle. Vielmehr geht es darum, die verschüttete Persönlichkeit wieder freizulegen. Heraus kommen in der Regel Menschen, die sich schwerpunktmässig mit ihrer eigenen Persönlichkeit beschäftigen, die abgelöst ist von verifizierbaren Fertigkeiten, sie wirkt ausschliesslich von „innen“.

Findet dieses "Innen" Resonanz bei einem potentiellen Partner, kann man sich im anderen selbst wiedererkennen, wird selbstverständlich erwartet, dass auch die Sexualität befriedigend sein muss. Tritt diese Befriedigung nicht ein, ist der Partner nicht „der Richtige“ oder man selbst hat noch nicht genug an seinem eigenen „Inneren gearbeitet" - was der Garant für erfüllende Beziehungen und ebenso für sexuelle Verbindungen sein soll.

Ein erfülltes und glückliches sexuelles Erleben ist aus dieser Perspektive heraus also nicht von erworbenen Fertigkeiten und Erfahrungen abhängig, sondern rein davon, wie authentisch und wahrhaftig der Mensch sein eigenes Selbst in die Beziehung einbringen kann und wie stark dieses Selbst mit dem Partner in positiver Resonanz steht.
Ein Versagen im sexuellen Bereich wird dementsprechend als Versagen auf der persönlichen Ebene betrachtet und kann nur durch eine verstärkte Erforschung des eigenen "Inneren" verbessert werden, sowie durch eine transparente, authentische Kommunikation über meine persönlichen Befindlichkeiten mit dem Partner.
Praxis der Aphrodisia



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danke für den guten...
danke für den guten artikel
glaeserruecken - 26. Sep, 14:54
vielen dank für...
vielen dank für den guten post
glaeserruecken - 26. Sep, 14:49
ein schneller Gedanke
Wie weit geht denn diese "Idee" des Verzeihens? Eine...
IkarosSikinnos - 17. Apr, 11:36
Ich glaube nicht, das...
Ich glaube nicht, das die Griechen die Handlungen ihrer...
babu (Gast) - 31. Mrz, 21:36
Klingt alles sehr gut! Ich...
Klingt alles sehr gut! Ich freu mich schon auf das...
larissa-laura - 27. Mrz, 18:37
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kann ich mich sehr gut daran erinnern. es war auf der...
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Soviel Grass kann ich...
Das ich mich mit diesem Saft über mehr als die...
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