Plädoyer für die Vielfalt des Denkens II
Des weiteren verlangen die Herausforderungen, die sich in den demokratischen Gesellschaftsordnungen unter den Bedingungen sozialer Komplexität stellen, innovative instituionelle Entwürfe. Tatsächliche erleben wir aber überall eine Erschöpfung utopischer Energie (Habermas), und unsere soziale Vorstellungskraft scheint uns gerade da zu verlassen, wo wir sie am dringendsten brauchen. Diese Erschöpfung utopischer Energie geht, was die Geschichte, die Gesellschaft und die Kultur betrifft, mit einem schwindelerregenden Gefühl der Kontingenz einher. Es sieht so aus, als könnte alles anders sein oder anders gewesen sein, nur sind unsere politischen Kulturen viel zu träge, um innovative Lösungen hervorzubringen.
(Seyla Benhabib, Hannah Arendt - die melancholische Denkerin der Moderne, Rotbuch Rationen, 1998, S.326)
Ein demokratisches Volk muss seine Identität in der Öffentlichkeit in Szene setzen, damit es seine innere Vielfalt erkennen kann und mit den Folgen, die diese Vielfalt gegebenenfalls für sein Selbstverständnis hat, zurechtkommen kann. Sowohl bei Individuen wie bei Kollektiven wachsen sich Bedrohungen, die von einem Anderssein ausgehen und nicht zerstreut werden, zu Ressentiments gegenüber anderen aus, die nicht so sind wie man selbst. Die freie Öffentlichkeit in einer demokratischen Gesellschaftsordnung muss allen Gruppen in der Zivilgesellschaft in gleicher Weise die Möglichkeit zugestehen, sich in der Öffentlichkeit darzustellen. Jede neue soziale, kulturelle oder politische Gruppe präsentiert ihren Standpunkt den anderen oder stellt sich selbst den anderen so dar, dass sie sich umdeutend zu einer öffentlichen Erscheinung wandelt.
(a.a.O. S. 327)
(Seyla Benhabib, Hannah Arendt - die melancholische Denkerin der Moderne, Rotbuch Rationen, 1998, S.326)
Ein demokratisches Volk muss seine Identität in der Öffentlichkeit in Szene setzen, damit es seine innere Vielfalt erkennen kann und mit den Folgen, die diese Vielfalt gegebenenfalls für sein Selbstverständnis hat, zurechtkommen kann. Sowohl bei Individuen wie bei Kollektiven wachsen sich Bedrohungen, die von einem Anderssein ausgehen und nicht zerstreut werden, zu Ressentiments gegenüber anderen aus, die nicht so sind wie man selbst. Die freie Öffentlichkeit in einer demokratischen Gesellschaftsordnung muss allen Gruppen in der Zivilgesellschaft in gleicher Weise die Möglichkeit zugestehen, sich in der Öffentlichkeit darzustellen. Jede neue soziale, kulturelle oder politische Gruppe präsentiert ihren Standpunkt den anderen oder stellt sich selbst den anderen so dar, dass sie sich umdeutend zu einer öffentlichen Erscheinung wandelt.
(a.a.O. S. 327)
Thaleia - 20. Nov, 13:55






