Geisterboote und Seelenführer
"Da ich nun in meinem Bericht so weit gelangt bin, muss ich auch einer reichlich märchenhaften Geschichte Erwähnung tun: Sie machte mir zwar einen ganz und gar unglaubwürdigen Eindruck, obwohl sie immer wieder von zahllosen Leuten vorgebracht wurde, die die Vorgänge erlebt und mit eigenen Augen davon gehört haben wollten..."
(Prokop, Gotenkriege, München 1966, 875 - 879, zitiert aus: Carlo Ginzburg, Hexensabbat - Entzifferung einer nächtlichen Geschichte, Berlin 2005 )
Ginzburg führt im folgenden weiter aus, dass es sich bei den erwähnten Menschen um die Einwohner einiger Küstendörfer handelt, die gegenüber von Brittia gelegen haben sollen. Als Untertanen der Franken sind sie jedoch von allen Tributzahlungen befreit, da sie gewisse Dienste zu leisten haben: Die Einwohner der Küstendörfer sind verpflichtet, die Seelen der Verstorbenen auf die Insel Brittia überzusetzen.
Prokop berichtet: "Wer nun in der folgenden Nacht das Amt übernehmen und sich zu dieser Dienstleistung einfinden muss, begibt sich gleich nach dem Dunkelwerden in sein Haus und pflegt hier der Ruhe, wobei er auf den Anführer des Zuges wartet. Mitten in der Nacht merken sie plötzlich, wie an die Türen geschlagen wird, und vernehmen die Stimme eines Unsichtbaren, der sie zum Werk zusammenruft. Daraufhin erheben sie sich sofort von ihren Lagerstätten und gehen zum Gestade, von einem gewissen Zwange getrieben, aber ohne recht zu wissen, welcher Art dieser ist."
Laut Ginzburg finden sie am Ufer Boote, die anscheindend leer sind, aber dennoch beinahe bis zum Rand im Wasser versinken, wenn sie einsteigen. Gewöhnlich dauert die Fahrt nach Brittia einen Tag und eine Nacht, in dieser Nacht jedoch nur eine Stunde. Sie sehen keinen ihrer Passagiere, sondern hören nur eine Stimme, die die Namen und Stellung der Fahrgäste verkündet. Auf der Rückfahrt von Brittia sind die Boote leicht.
(Ginzburg a.a.O., S.127f)
(Prokop, Gotenkriege, München 1966, 875 - 879, zitiert aus: Carlo Ginzburg, Hexensabbat - Entzifferung einer nächtlichen Geschichte, Berlin 2005 )
Ginzburg führt im folgenden weiter aus, dass es sich bei den erwähnten Menschen um die Einwohner einiger Küstendörfer handelt, die gegenüber von Brittia gelegen haben sollen. Als Untertanen der Franken sind sie jedoch von allen Tributzahlungen befreit, da sie gewisse Dienste zu leisten haben: Die Einwohner der Küstendörfer sind verpflichtet, die Seelen der Verstorbenen auf die Insel Brittia überzusetzen.
Prokop berichtet: "Wer nun in der folgenden Nacht das Amt übernehmen und sich zu dieser Dienstleistung einfinden muss, begibt sich gleich nach dem Dunkelwerden in sein Haus und pflegt hier der Ruhe, wobei er auf den Anführer des Zuges wartet. Mitten in der Nacht merken sie plötzlich, wie an die Türen geschlagen wird, und vernehmen die Stimme eines Unsichtbaren, der sie zum Werk zusammenruft. Daraufhin erheben sie sich sofort von ihren Lagerstätten und gehen zum Gestade, von einem gewissen Zwange getrieben, aber ohne recht zu wissen, welcher Art dieser ist."
Laut Ginzburg finden sie am Ufer Boote, die anscheindend leer sind, aber dennoch beinahe bis zum Rand im Wasser versinken, wenn sie einsteigen. Gewöhnlich dauert die Fahrt nach Brittia einen Tag und eine Nacht, in dieser Nacht jedoch nur eine Stunde. Sie sehen keinen ihrer Passagiere, sondern hören nur eine Stimme, die die Namen und Stellung der Fahrgäste verkündet. Auf der Rückfahrt von Brittia sind die Boote leicht.
(Ginzburg a.a.O., S.127f)
Thaleia - 26. Mai, 12:08






