Herzgebirge
Die neue Lettre International, Heft 80 fängt diesmal sehr vielversprechend poetisch mit einem Artikel von Giwi Margwelaschwili an: "Wir sind Alpinisten der Gedichtweltverwaltung und klettern in den Bergen des Herzens. Wir haben uns den höchsten Berg in dem ganzen Herzgebirge als Ziel genommen, den Gipfel der reinen Verweigerung. So heißt dieser Peak. Übrigens nicht zu Unrecht, denn majestätisch hoch und unnahbar ragt der Zacken in den Himmel. Eigentlich sind wir eine Rettungsmannschaft. Viel zu oft kommt es nämlich vor, dass sich ein lyrisches Ich in diesem Gebirge versteigt und klagend seine Hilferufe per Funk in die schon ziemlich dünne Gedichtwelthochgebirgsluft hinausschickt."Wunderbar geht es später, nach längerer Auflistung diverser, lauernder Gefahren ins diesem Gebirge, weiter: "Jetzt könnten Sie sich fragen, lieber Leser, ob wird den lyrischen Egos in den Niederungen und Tiefebenen der Gedichtwelt auch hinreichende Informationen über die große Gefahr haben zukommen lassen, die der Peak des Herzhochgebirges für sie bedeutet. Sie könnten fragen, ob wir diesen Egos auf extra dazu einberufenen Versammlungen nicht einschärfen, dass es für sie notwendig ist, den Peak - wenn überhaupt - nur gemeinsam und unter der Führung eines erfahrenen Herzbergsteigers der Versweltverwaltung zu besteigen. Und Sie würden vielleicht staunen, wenn wir Ihnen antworteten: "Nein, mein Herr, den lyrischen Egos, die auf den Peak des Herzhochgebirges wollen, raten wir in keiner Weise ab. Wir informieren sie vorsätzlich nicht über die Gefahren, die sie beim Aufstieg dort erwarten. Damit würden wir die Lyrischen nur abschrecken, sich in unserem Herzhochgebirge als Bergsteiger zu versuchen." [...]
Sieht diesmal nach sehr guter Lektüre aus, zumal die Lettre diesmal noch mehrere weitere Artikel bringt, die mich sehr interessieren.
Stefanie Imann - 21. Mrz, 23:53






